Null und Schmalspur Ausstellung Stadtoldendorf


Helmut Walter hat als Erweiterung der Stadtoldendorfer Gipsbahn die auch eigenständig zu nutzende 0e Anlage Calerberger Industriebahn gebaut.

Die Calenberger Industriebahn (CIB)

Der östliche Zipfel des Landkreises Calenberg ist ziemlich abgelegen aber reich an Wald und Kalkstein.
So lag es um die Wende zum 20. Jahrhundert nahe, das Gebiet von der Kreisstadt Calenberg aus mit einer schmalspurigen Eisenbahn zu erschließen.
Als Endpunkt wählte man die Ortschaft Ludersen, deren weitsichtiger Gemeinderat der Bahn das Gelände zum Bau des kleinen Bahnhofs kostenlos zur Verfügung stellte.
Neben Holz und Holzprodukten sowie Kalkstein zum Kalkwerk in Marchtal wurden hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte, Baustoffe und Kohle transportiert.

Bald erhielt die CIB nach Erfüllung einiger Auflagen auch die Konzession für den Personenverkehr.
Er erreichte zwar nicht die Ausmaße der Gütertransporte, aber er reicht immerhin aus, ihn in dem bescheiden Maße der Anfangszeit bis heute zu erhalten. Etwa 1946 erweiterte man auf Anordnung der North German Timber Control Commission (NGTC)* die Streckengleise der CIB über Ludersen hinaus.
Nach Westen wurde sie mit der Stadtoldendorfer Gipsbahn, die ganz in der Nähe die dortigen Gipsbrüche erschloss, verbunden und nach Osten erhielt sie ein langes Anschlussgleis zum zentralen Holzfällercamp der NGTC.

Im Gegensatz zur Stadtoldendorfer Gipsbahn ist die Existenz der CIB nicht belegt.
Das gilt auch für die meisten Begebenheiten, die im Text kolportiert werden. Gleichwohl gibt oder gab es für einige Gebäude, wie dem Sägewerk in Ludersen und dem Kalkwerk in Marchtal, die entsprechenden Vorbilder.

*Die NGTC war eine Behörde der britischen Militärregierung in der Britischen Besatzungszone nach dem zweiten Weltkrieg.
Sie war zuständig für die Regelung des Einschlags von Nutz- und Brennholz als Reparationsleistung.
Ihre Tätigkeit war verantwortlich für große Kahlschläge z.B. im Harz und im Solling.

Mehr über die North German Timber Control Commision von Karl-Heinz Schneider hier.


Ein Personenzug nähert sich dem Bahnhof Marchtal.
Dichter Hochwald erstreckt sich bis an die Einfahrtsweiche.


Kaum hatte der Personenzug Ludersen verlassen, hat sich Heinrich Cleeves mit seiner gepflegten Oldtimer-Lok auf den Weg zur Holzladestelle gemacht.
Da ein Umsetzgleis fehlt, die Holzwagen auf der Strecke aber nicht geschoben werden dürfen, muss er sie am Seil in das Anschlussgleis ziehen.


Das Kalkwerk ist dem Museumskalkwerk Untermarchtal nachgebildet.
Dankenswerterweise stellten mir die Museumsleute die Gebäudezeichnungen zur Verfügung.
Mit dem kleinen LKW wird die Kohle auf die Gichtbühne befördert.


Das KIFATRO-Werk stellt Kisten, Fässer und Kabeltrommeln her.
Gerade wird ein Wagen der CIB mit neuen Fässern beladen.
Das Lagerhaus entstand aus dem Güterschuppen Warburg von hmb.


Vor den beiden Tunneln liegt die Weiche für die Trennung der Strecke nach Calenberg für den Personenverkehr und Calenberg-Ost für den Güterverkehr.
Die Dienstgebäude für den Weichenwärter sind so ausgestattet, dass sich hier wohl auch ein Stützpunkt für die Tunnelunterhaltungsrotte befindet.


Bahnhof Ludersen in Ost-West Richtung gesehen.
Vorn das Sägewerk und das Freiladegleis, in der Mitte links Fahrkartenausgabe, Wartehalle und Stückgutschuppen, hinten das BW und der Silo des Kalksteinbruchs.


Die Werkstatt des BW ist mit allem Nötigen ausgerüstet.
Im Hintergrund rechts sieht man die Kreissäge im Holzschuppen.


Die Anlage wird von diesen sechs Personen bedient.


Zum Gleisplan
Das Arrangement „Stadtoldendorfer Gipsbahn plus“ setzt sich zusammen aus:

Der Gipsbahn (im Plan rot umrandet).
Mehr über die Gipsbahn von Helmut Walter gibt es hier zu sehen.

Der Calenberger Industriebahn (im Plan grün) und

Dem Anschlussgleis der North German Timber Control Commission (NGTC) (blau).
Mehr über die North German Timber Control Commision von Karl-Heinz Schneider gibt es hier zu sehen.
Zur Zeit ist eine Erweiterung des NGTC-Zweiges im Bau. Gipsbahn und Industriebahn können auch getrennt betrieben werden.


Zur Stadtoldendorfer Gipsbahn plus ist 2017 ein Buch mit dem Titel „Die Stadtoldendorfer Gipsbahn und ihr Vorbild“ erschienen.
Auf 48 Seiten und mit über 130 Fotos und Zeichnungen werden die Geschichte des Vorbilds sowie der Bau und die Gestaltung der drei Anlagenteile gezeigt.
Das Buch ist für 17,00 € plus Versand erhältlich.

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Zu sehen auf der NuSSA 2020, der Null- und Schmalspurausstellung
am 7. und 8. März 2020 in Stadtoldendorf,
Yorckstraße 10.
Sa: 10:00-17:00, So: 10:00-15:00

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